Fragen zur Menschenwürde in der Langzeitbetreuung

Angebot für Institutionen

Der Begriff der Menschenwürde bzw. der Schutz der Würde des Menschen ist in Leitbildern von Langzeitinstitutionen, sowie in Richtlinien (z.B. SAMW-Richtlinien) und Konzepten (z.B. Palliative-Care) abstrakt verankert. Pflegende in der Praxis wiederum beschreiben im Gedankenaustausch über erlebte Pflegesituationen, dass sie die Würde von Klientinnen und Klienten als konkret gefährdet erlebt haben. Der Begriff der Würde wird somit breit verwendet aber wird er auch verstanden? Was meinen wir wenn wir von Menschenwürde sprechen? Wann ist die Würde des Menschen tangiert und gibt es nur eine Würde? Was bedeutet es für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Alltag die Würde ihrer Klientinnen und Klienten zu achten? Wann verletzen bzw. missachten wir Pflegenden die Würde und wann nicht? Stellen sich bei Personen mit einer Demenz, bezogen auf den Schutz der Würde, dieselben Fragen wie bei Personen die im Sterben liegen? Diese fundamentalen ethischen Fragen zielen ins Zentrum des Menschseins und ins Zentrum des Pflegeauftrages. Fragen zur Würde sollten unseres Erachtens einer Auseinandersetzung mit pflegeethischen Prinzipien vorangehen.

Ziele

  • den abstrakten Begriff der Würde, moralphilosophisch zu klären, zu konkretisieren und ihn für die Pflegenden vor Ort sinnhaft, verstehbar und verwendbar zu machen
  • anhand von Impulsfragen und Beispielen aus der Praxis der Pflegenden vor Ort konkrete Massnahmen zur Achtung/Sicherung der Würde zu erarbeiten aber auch aufzuzeigen, dass nicht jedes „falsche Verhalten“ die Würde gefährdet

Kursinhalte

  • Erste Bestimmung des Begriffs der (Menschen-) Würde und Einführung in zentrale Unterscheidungen
  • Historischer Abriss des Begriffs der Menschenwürde in der Philosophie und im Recht
  • Gegenwärtige Würdekonzeptionen in der Angewandten Ethik
  • Kritik am Begriff der Würde in der Ethik und im Recht
  • Konkretisierung des Begriffs der Würde für die Pflegepraxis in der Langzeitbetreuung
  • Konkrete Arbeit an Fallbeispielen aus der Praxis der Pflegenden

Methoden

  • Vorlesungen
  • Angeleitete Reflexion
  • Erfahrungsaustausch
  • Arbeit mit Fallbeispielen aus der Praxis der Pflegenden
  • Beispielen aus der aktuellen Forschungsliteratur

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Es gelten die AGB der Weiterbildung des ZAG.

Zielgruppe

Diese Weiterbildung richtet sich an Institutionen, Abteilungen, Wohngruppen im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Weiterbildung würde in der jeweiligen Institution angeboten. Das Angebot wird am Bedarf der jeweiligen Adressatinnen und Adressaten ausgerichtet.

Kursdauer

Nach Bedarf in Ihrer Institution. Empfohlene Mindestdauer vier Lektionen.

Kurskosten

Sie erhalten auf Anfrage eine individuelle Offerte.

Kursbescheinigung

Die Teilnehmenden erhalten eine Bestätigung über Inhalt und Dauer der Weiterbildung.

Kursleitung

Stefan Fuchs
Berufsschullehrer mbA
Tel. 052 266 09 33
stefan.fuchs@zag.zh.ch
Dr. phil. Magdalena Hoffmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Universität Bern im SNF Forschungsprojekt
Ethik der Familienbeziehungen
Dozentin für Lektüremodule am Ethikzentrum der Uni Zürich, Mitglied der kantonalen Ethikkommission Bern